Die Welt in der wir leben, in der ich lebe, ist eine faszinierende Welt

 

Wir erleben hier im Westen schon eine lange Zeit des Friedens und damit verbunden auch mit Wohlstand. Wir haben in der Mehrheit kaum noch existenzielle Sorgen, für unser täglich Brot und das Dach über dem Kopf ist meistens gesorgt. Und trotzdem herrscht keine glückliche und optimistische Grundstimmung in dieser Gesellschaft. Die Abwesenheit existenzieller Probleme konfrontiert uns in einer Weise mit uns selbst, die es manchmal nicht leicht macht, einfach zu sein und ganz selbstverständlich das zu tun oder zu lassen, was es braucht, damit es uns gut geht.

 

Immer häufiger drängt die Sinnfrage nach einer Antwort, da, wo früher die Religionen waren, ist nun häufig nichts mehr. Wir sind gefordert, uns selbst zu explorieren, unseren Sinn, unsere Mission zu finden. Immer weniger erleben wir uns als selbstwirksam und autark. Aus dem großen Markt der Möglichkeiten seine zu finden – in sich hineinhorchen, was ist da, was mich antreibt, mich jeden Morgen aufstehen lässt? Besonders auch die digitalen Medien lenken uns in sehr angenehmer Weise von in uns schlummernden Bedürfnissen ab. Ganz im Sinne von Neil Postman, der das bereits in den 90er formulierte, amüsieren wir uns zu Tode (Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode, Frankfurt 2008). Eine sich immer mehr verbreitende Displaygläubigkeit entfernt uns von unseren eigenen Fähigkeiten der Selbststeuerung.

 

Mit den Apps für Körper und Geist können wir getrost unsere Selbstwahrnemung ausschalten. Die App regelt das schon und etwas weitergesponnen können wir, wie es beispielsweise in den Romanen Der Circle von Dave Eggers oder Zero von Marc Elsberg fiktional dargestellt wird, zukünftig oder auch jetzt schon im warsten Sinne Geld damit verdienen, wenn wir uns so steuern lassen. Ein Beispiel hierfür wäre Dietbet: Man wettet online für das Erreichen eines bestimmten Diätzieles und andere User Wetten mit. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/abnehmen-und-dabei-geld-verdienen-a-1000373.html.

 

Auf der anderen Seite, aber irgendwie unsichtbar, lauern große Gefahren und es toben große Konfilkte auf der Welt, die für uns hier meist nur mittelbar erlebbar bleiben, abstrakt. Ich nenne hier nur mal die gängigsten: Klimawandel, Flüchtlinge, Krisenherde in vielen Ländern, soziale Schere, Wasserknappheit, Energieresourcenknappheit,... Welche Möglichkeiten hat der Einzelne heute – welche Aufgabe?

 

 

 

Ja, seinen Weg finden, das ist wohl eine der größten Herausforderungen heutzutage. Besonders für junge Menschen ist es immer schwieriger, sich zu orientieren. Und sie stehen unter einem enormen Druck, genau ihr Ding zu machen. Sich zu verwirklichen. Aber wie lernt man das? Wir findet man sich selbst? Wer bin ich eigentlich und wenn ja wie viele (Richard David Precht)? Immer mehr Youtuber und Apps, Persönlichkeitstests etc. versprechen uns dauerhaftes Glück und inneren Frieden, wenn wir ihnen folgen. Für den Freund des Buches steigt auch hier das Angebot in den letzten Jahren immer mehr. Eine Vielzahl von möglichen Wegen. Welchem Erziehungsmodell, Lebensmodell, Ernährungsphilosophie... soll man nun folgen. Welche Weg ist der perfekte, welches ist DAS BESTE???

 

In einem Coachingprozess hat man die Möglichkeit, seinen Fragen nachzugehen und für sich und sein Leben relevante, umsetzbare und passende Wege auszuloten, mal versuchsweise zu beschreiten, sich selbst immer ein Stück näher kennenzulernen.